Malerei auf Steinpapier

Erst seit 2010 gibt es in Deutschland Steinpapier, auch Stone Paper oder Rock Paper genannt, zu kaufen, obwohl es bereits im 19. Jahrhundert in Asien erfunden wurde. Dabei ist die Bezeichnung "Papier" eigentlich irreführend, denn das aus pulverisiertem Kalkstein hergestellte Material hat mit Holz und Zellulose nichts zu tun. Es besteht aus Steinmehl und einen kleinen Anteil ungiftigem Polyethylen. Für viele ist es eine vielversprechende und umweltfreundliche Alternative zu Papier aus Holz, da es weder Holz noch Wasser in der Herstellung benötigt, und zudem nicht mit Säure behandelt oder gebleicht werden muss. Außerdem versprechen Hersteller, dass ein vollständiges Recycling ohne giftige Abfallstoffe oder Verbrennung möglich ist.

Drucken auf Steinpapier

Meist wird es verwendet, um darauf beispielsweise Visitenkarten, Flyer oder Speisekarten zu drucken, da es eine sehr glatte Oberfläche besitzt und deshalb sehr gut für UV-Offset-, Offset- und Digitaldruck geeignet ist. Sowohl für den Tintenstrahl- als auch für den Festtintendrucker ist es geeignet, als Besonderheit ist jedoch zu beachten, dass es aufgrund dessen, dass es sich ab 65° C thermisch zu deformieren beginnt, nicht für den Laserdrucker geeignet ist.

Vorteile und Besonderheiten

Doch nicht nur für den Druck, sondern auch in der Malerei ist Stone Paper eine interessante Alternative zu Papier aus Pflanzenfasern. Zunächst gibt es zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichem Papier. So ist es sehr widerstandsfähig, denn es ist reißfest, öl- und wasserresistent und nur schwer entflammbar. Vorsicht ist jedoch bei permanenter Sonnenbestrahlung geboten: Das Material löst sich nämlich in der Sonne langsam auf, zerfällt also buchstäblich wieder zu dem Staub, aus dem es hergestellt wurde.

Verschiedene Techniken

Für Blei- und Buntstiftmalereien oder Skizzen ist dieses Papier gut geeignet. dabei zeigt sich die besonders glatte und samtige Oberfläche als perfekt für klare und messerscharfe Strichführungen. Aber auch Flächen lassen sich gut malen, sie sind dabei sauber und die einzelnen Striche nicht erkennbar.

Ebenfalls schöne Ergebnisse erzielt man mit Kreide. Die Bilder wirken wie gedruckt, so sanft und makellos sind die Übergänge zwischen den Farben und Linien.

Seinen besonderen Zauber zeigt das Material bei der Verwendung von Aquarellfarben. Egal, wie viel Wasser verwendet wird - das Papier wellt sich nicht und es bilden sich keine störenden Fussel. Die Farben entwickeln eine ganz besondere Leuchtkraft und strahlen deutlich mehr als auf herkömmlichem Papier. Auch ein gleichmäßiger Farbauftrag gelingt auf diesem Papier mit Leichtigkeit. Zwar dauert der Trocknungsprozess länger als bei Papier aus Pflanzenfasern, doch die Strukturen, die während des Trocknens entstehen, sind besonders interessant. Das liegt daran, dass die Feuchtigkeit nicht vom Papier aufgesogen wird, sondern oberflächlich verdunstet. So wird keine Farbe ins Papier hineingesogen, sondern liegt vollständig obenauf, was für ein besonderes Strahlen und die außergewöhnlich glatte Struktur sorgt. Die längere Trocknungszeit kann sich auch für Nass-in-Nass-Techniken nutzen lassen, sodass sich die gestalterischen Möglichkeiten erweitern. Obwohl sich die Farbe schnell auf dem Blatt verteilt, ist es doch möglich, feinste Linien und Details zu kreieren. Auch mehrere Farbschichten übereinander sind möglich, da sie sich ebenmäßig und sanft übereinander legen.

Mit Markern erzielt man ebenfalls ein schönes Ergebnis. Flächen können perfekt ausgemalt werden, ohne dass Striche erkennbar sind, außerdem schlägt die Farbe nicht durch.

Auch Tusche, Tinte und Liner eignen sich hervorragend für die Verwendung. Und sogar Airbrush lässt sich auf dem vielseitigen Material anwenden.

Fazit

Obwohl dieses Material vor allem im Bereich der Malerei noch nicht sehr bekannt ist, sind diejenigen, die Steinpapier einmal ausprobieren, beeindruckt von der Intensität der Farben und den vielfältigen Techniken, die auf dem Papier möglich sind. Auch die besondere Haptik ist ein völlig neues und einmaliges Erlebnis. Die Robustheit des Materials macht den höheren Preis im Verhältnis zu herkömmlichem Papier wieder wett.